Kowalski,Malakoff - Onomatopoetika CD NEU OVP

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Beschreibung

„Der Pianopoet.“ (VOGUE)

„Die schönste Liebeserklärung an Erik Satie, die ich jemals gehört habe.“ (IGOR LEVIT)

„Eine tief eindringliche Klaviersuite. Mystische Stücke, die von unerwarteten Geheimnissen erzählen.“ (CHILLY GONZALES)

„Im guten Sinne absolut abstrakt. Kowalskis Musik fehlt jede Anspielung auf irgendwelche Dinge der äußeren Welt.“ (DER SPIEGEL)

Das Album „Onomatopoetika“ besteht aus zehn Klavierstücken, aufgenommen im Osten von Berlin, im Herbst, geschrieben in einer Stimmung zwischen Apathie und Euphorie in etwas weniger als einem Jahr. Ich merkte schnell, dass diesmal etwas anders war als bei meinen vorherigen Alben.
Ich bin es gewohnt, dass Dinge passieren, dass Menschen kommen und gehen und dass hieraus Musik entsteht. Die Titel der einzelnen Stücke auf den Platten „Kill Your Babies“, „I Love You“ und „My First Piano“ waren so etwas wie Tagebucheinträge. Sie erinnern mich an Erlebnisse, an Begegnungen, auch an Filme oder Theaterinszenierungen, an denen ich gearbeitet habe. Der in weiten Teilen instrumentalen Musik lag immer etwas Autobiographisches zugrunde. Früher wäre vielleicht der Begriff „Programmmusik“ passend gewesen. Nun, zum ersten Mal, seit ich mich erinnern kann, hatte ich es mit einer Reihe von Stücken zu tun, für die ich keine Namen wusste. Es gab keine Ereignisse, die der Musik als „Programm“ vorausgegangen waren. Die Musik fühlte sich nicht einmal an wie eine Sprache, die ich kenne. Englische, deutsche, französische oder persische Titel – so wie in den Jahren zuvor – wirkten falsch. Etwas, das keinen Namen trägt, verwirrt mich.
Als ich heute Morgen nach dem Aufstehen frisch gewaschene, weiße Stoffservietten gefaltet habe – was ich eigentlich am liebsten machen würde, den ganzen Tag lang –, da wurde mir klar, was mich beschäftigt: Ich habe etwas aufgenommen, das vom Nichts handelt. Was für eine Erlösung! Denn ich sehne mich nach dem Nichts. Mir ist alles zu viel. Schon seit einer Weile. Ich möchte, dass das aufhört. Ich möchte an die Decke schauen und an eine leere Wand und Glenn Gould dabei zuhören, wie er Skrjabin, Grieg und Sibelius spielt – auf Schallplatten. Ich lebe in einem dauerhaften Zustand völliger Überreizung. Das tun die meisten von uns. Das Tempo, der Ton, die Lautstärke, die Flut von Eindrücken. Overkill. Eigentlich nichts Neues, nur ertrage ich es in letzter Zeit immer weniger. Sitze ich am Klavier, verschwindet alles andere, und der Lärm um mich herum wird leiser. Wie in einem leeren Kino, in dem kein Film läuft. Angedeutet hat sich dieses Gefühl schon in den Konzerten, die ich seit ungefähr zwei Jahren spiele: schwarzverdunkelte Säle, nur eine kleine Leselampe über dem Flügel, vollkommene Stille, kein Applaus zwischen den Stücken, rauschende Lüftungen müssen ausgeschaltet sein. Das Nichts ist nicht nichts.

Am Klavier finde ich einen Weg, die Unruhe in meinem Kopf in etwas zu übersetzen, das sich besser anfühlt als Bipolarität. Fantasiemusik, die keinen Anlass hat und etwas vertont, das aus mir kommt, wofür ich aber keine Bezeichnung habe. Was ich weiß: Meine Eltern wurden in Teheran geboren, ich bin in Boston zur Welt gekommen, ich bin in Hamburg aufgewachsen, und ich lebe heute in Berlin. Ich liebe nichts so sehr wie Musik. Alles andere sind Fragezeichen, Ausrufezeichen, Gedankenstriche. Das Album „Onomatopoetika“ ist eine postromantische Klaviersuite, die nur eine Frage stellt: die nach der Verklanglichung der Zwischentöne. M.K.

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